Portfolio aufbauen: Krypto und traditionelle Investitionen
Wie passt Bitcoin zu traditionellen Anlagen? Invity-CEO Štěpán Uherík erklärt, was Sie über die Aufnahme von Krypto in Ihr Portfolio wissen sollten.
Kryptowährungen wie Bitcoin neben anderen, „traditionelleren” Anlageklassen einzuordnen, war schon immer umstritten. Was wir wissen: Bitcoin ist eines der größten Vermögenswerte der Welt nach Marktkapitalisierung.
„Bitcoin ist wirklich das erste wahrhaft unabhängige Anlagegut der Geschichte”, sagt Invity-CEO Štěpán Uherík. In einem neuen Interview äußerte er sich zum Wert von Bitcoin als Vermögenswert — sowohl für sich genommen als auch als Teil einer breiteren Anlagestrategie.
Wo passt Bitcoin zu traditionellen Anlagen?
„Ich denke, Bitcoin ist bereits auf seine eigene Art zu einem Investment-Asset geworden”, erklärte Štěpán. „Es hat sich von den ‚traditionellen Anlagen’ getrennt, gehört aber auch nicht zu den ‚alternativen Investitionen’, an die wir üblicherweise denken.”
Mehr zu Štěpán und den anderen Experten hinter Invity finden Sie auf unserer Team-Seite! Foto: Marek Dvořák.
„Aus Analystensicht muss man sagen, dass Bitcoin immer noch stark mit den traditionellen Finanzmärkten korreliert. Man kann also noch nicht sagen, dass Bitcoin etwa ein Gegengewicht zum Aktienmarkt ist. Gleichzeitig müssen wir zugeben, dass auch Dinge wie Gold, das in den letzten zehn Jahren ebenfalls eine signifikante Korrelation mit den Finanzmärkten aufwies, keine echte ‚Alternative’ darstellen.”
Trotz dieser Dynamik erklärt Štěpán, dass Diversifikation durch verschiedene Vermögensarten als Möglichkeit gesehen wird, sowohl Risiken zu reduzieren als auch auf Marktereignisse durch Portfolio-Rebalancing zu reagieren.
„Es gibt ein Sprichwort, etwa: ‚Wer nie Fehler macht, braucht nicht zu diversifizieren’”, sagte er. „In erster Linie hilft Diversifikation, das Risiko beim Vermögensaufbau zu reduzieren. Diversifikation hat viele Formen — von der Aufteilung des Vermögens auf mehrere Anlagevehikel (Aktien, Anleihen, Immobilien, Bitcoin) bis hin zu geografischer Diversifikation und zeitlicher Diversifikation: also regelmäßige Käufe nach dem Prinzip des Dollar-Cost Averaging.”
Bei der Aufnahme von Bitcoin in ein Portfolio identifiziert Štěpán persönlich zwei Schlüsselrollen für diese Kryptowährung. Erstens kann Bitcoin als sogenanntes „digitales Gold” dienen: ein Werkzeug, das langfristig an Wert gewinnen kann. Zweitens kann es als eine Form von „neuem Geld” fungieren: effiziente Transaktionen in einer zunehmend vernetzten und grenzenlosen Welt.
Wie können Menschen ohne Krypto-Bestand ein Portfolio aufbauen?
Menschen, die noch keine digitale Währung besitzen, hat Štěpán nur Gutes zu sagen. „Zunächst würde ich ihnen gratulieren, dass sie nicht der FOMO erlegen sind. Ich denke, das ist ein großartiger Ausgangspunkt, um sich eine eigene Meinung zu bilden.”
Štěpán empfiehlt, offen zu bleiben und sich gezielt mit der staatlichen Geldpolitik namens Quantitative Easing und den Grundprinzipien von Bitcoin zu beschäftigen.
„Ich denke, der beste Zeitpunkt, Bitcoin zu kaufen, ist, wenn Sie Geld haben”, sagte er. „Investieren ist ein mentaler Prozess für die lange Frist und der einzige Weg, langfristig Vermögen zu schützen und aufzubauen. Daher empfehle ich, mit regelmäßigen Käufen in kleineren Beträgen zu beginnen und sich von der Vorstellung zu verabschieden, schnell reich zu werden. Ich würde auch empfehlen, so bald wie möglich eine Hardware-Wallet zu kaufen, damit Sie Ihre Vermögenswerte sicher aufbewahren können.”
Was Štěpáns eigenes Anlageportfolio betrifft, gliedert er es in drei Säulen: Investitionen in wirksame Bildung und Selbstentwicklung; traditionelle Anlagen, vor allem Indexfonds in Form von ETFs; und Bitcoin — also den Aufbau nicht konfiszierbarer Vermögenswerte.
Bitcoin: Ein unabhängiges Anlagegut bei sorgfältiger Verwahrung
„Im einfachsten — und wichtigsten — Sinne ist Bitcoin nicht konfiszierbar. Es ist etwas, das Menschen selbst verwalten können, und das Bitcoin-Netzwerk ist ein System, das von den Menschen verwaltet wird, die es nutzen”, sagte Štěpán. „Es verleiht den Haltern also Unabhängigkeit. In diesem Sinne ist Bitcoin meiner Meinung nach wirklich das erste wahrhaft unabhängige Anlagegut der Geschichte.”
Doch mit dieser Freiheit und Autonomie kann die Landschaft für unerfahrene Nutzer schwierig zu navigieren sein. „Der größte Nachteil von Bitcoin ist, dass ein fein abgestimmtes System von Menschen genutzt werden soll — mit all ihren Eigenheiten und Schwächen”, erklärte er. „Wenn ich als Halter nicht verantwortungsvoll bin — zum Beispiel meinen privaten Schlüssel verliere oder an eine falsche Adresse sende — gibt es niemanden, der mir helfen kann. Mit Freiheit kommt eben auch Verantwortung.”
„Ich glaube, Bitcoin-Neulinge müssen zuerst eine sichere Umgebung bekommen und dann kompromisslos geschult und motiviert werden, schrittweise selbst Verantwortung zu übernehmen — bereitwillig und mit Selbstvertrauen.”
Disclaimer: Dies ist keine Anlageempfehlung. Wir bieten einen Raum, um Wissen und Informationen zu teilen, die für Selbstbildung und kritisches Denken nötig sind.